19. Mai 2026

Bericht Berlin Exkursion Mai 2026 Bericht Berlin Exkursion Mai 2026

Im Rahmen des Seminars „Vergangenheitsaufarbeitung im öffentlichen Raum: Gerechtigkeit, Erinnerung und Versöhnung im internationalen Vergleich“ von Jun.-Prof. Rosario Figari Layus nahmen die Studierenden an einer zweitägigen Exkursion nach Berlin teil. Im Mittelpunkt standen verschiedene Gedenkstätten und Gedächtnisinitiativen, die sich vor allem mit der oft wenig beachteten deutschen Kolonialgeschichte auseinandersetzen.

Berlin Exkursion
Berlin Exkursion © BZV
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Tag 1

Den Auftakt der Exkursion bildete eine dekoloniale Stadtführung mit der Organisation Decolonize Berlin, die unter anderem den Ort der sogenannten Afrika-Konferenz, sowie die kolonialen Bildnisse im Brandenburger Tor und am Reichstagsgebäude beinhaltete.

Anschließend wurde der Gruppe die Bedeutung geschlechtsspezifischer Perspektiven in der Erinnerungskultur anhand der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt durch das japanische Militär im Zweiten Weltkrieg durch die Stiftung Asienhaus nähergebracht. 

Ebenso konnten sich die Studierenden über Straßenumbenennungen in Marzahn-Hellersdorf informieren. Sie besuchten die Ausstellung „umbennen“ im Bezirksmuseum, die sich vor allem mit den Umbenennungen während und nach der DDR-Zeit auseinandersetzt.

Zum Abschluss des ersten Tages trafen die Studierenden Aktivist:innen der Unterstützungsgruppe der kolumbianischen Wahrheitskommission in Deutschland, um mehr über Erinnerungskultur in diasporischen Kontexten zu erfahren.

Tag 2

Am zweiten Tag hatten die Studierenden Gelegenheit, sich mit Mitgliedern der Kulturverwaltung des Berliner Senats auszutauschen und so mehr über realpolitische Abläufe, Möglichkeiten und Grenzen im Bezug auf Erinnerungskultur zu erfahren.

Im Anschluss besuchte die Gruppe das „Denkmal des polnischen Soldaten und deutschen Antifaschisten“ in Berlin-Friedrichshain. In Gesprächen mit einem Mitarbeiter des Deutsch-Polnisches-Hauses setzten sich die Studierenden mit dem Spannungsverhältnis zwischen staatlicher Erinnerungspolitik und zivilgesellschaftlichem Engagement auseinander und erfuhren mehr über die deutsch-polnischen Beziehungen seit dem Zweiten Weltkrieg.

Die letzte Station der Exkursion widmete sich erneut dem Thema Straßenumbenennungen: Die Studierenden besuchten den Stadtteil Wedding, wo sich Aktivist:innen von Berlin Postkolonial e.V. erfolgreich für die Umbenennung von Straßen, die nach Kolonialverbrechern benannt waren, eingesetzt haben.

Die Exkursion machte die Inhalte des Seminars auf anschauliche Weise erfahrbar und ermöglichte einen direkten Dialog zwischen Studierenden und Aktivist:innen im Bereich Erinnerungskultur. Wir danken allen besuchten Stätten und Initiativen für ihre Zeit und erhellenden Einblicke in ihre Arbeit.

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