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Das Symposium „Reconciliation, Reclamation, Resurgence. Transnational and Interdisciplinary Perspectives“ versammelt internationale Wissenschaftlerinnen, um aktuelle Perspektiven auf Prozesse von Versöhnung, kultureller Rückgewinnung und gesellschaftlicher Erneuerung zu diskutieren. Die öffentliche Podiumsdiskussion bringt indigene kanadische, afroamerikanische, deutsche und namibische Perspektiven auf Prozesse und Praktiken der Versöhnung, Rückeroberung und des Wiederauflebens zusammen. Das Panel präsentiert die Forschungsergebnisse von vier Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Fachbereichen, die sich mit den Bedeutungen, Möglichkeiten und Grenzen des Versöhnungsbegriffs sowie mit möglichen Alternativen auseinandersetzen. Das Symposium ist Teil des Forschungsnetzwerks "The Cultural Politics of Reconciliation" und wird von der DFG gefördert
Am 2. Juli 2026 findet im Goethe-Institut Lima eine Gedenkveranstaltung anlässlich des 25. Jahrestags der Einrichtung der peruanischen Wahrheits- und Versöhnungskommission (CVR) statt. Die Veranstaltung widmet sich unter dem Titel „25 Jahre Kommission für Wahrheit und Versöhnung – Erinnerung, Bilanz und Herausforderungen für Peru“ der Aufarbeitung von Gewaltgeschichte sowie den langfristigen Perspektiven von Wahrheit, Gerechtigkeit und gesellschaftlicher Versöhnung. Die Veranstaltung beginnt mit einer einführenden Keynote von Salomón Lerner Febres, gefolgt von einer Vortrag von Prof. Dr. Rosario Figari Layus. Im Anschluss diskutieren Expert:innen aus Wissenschaft und Menschenrechtsarbeit in einer gemeinsamen Podiumsrunde aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Perspektiven der Erinnerungspolitik in Peru.
Im Rahmen der Gesprächsreihe „Versöhnung – eine Utopie?“ diskutieren die Journalistin und Autorin Gilda Sahebi sowie der Politikwissenschaftler Ali Fathollah-Nejad über aktuelle Entwicklungen im Iran, die Auswirkungen geopolitischer Konflikte und Perspektiven für Demokratie, Frieden und die iranische Zivilgesellschaft.
Die Denkerin Hannah Arendt und ihr Jahrhundert Hannah Arendt gilt als eine der bedeutendsten Denkerinnen des 20. Jahrhunderts. Ihr Leben und Werk spiegeln die großen Umbrüche ihrer Zeit: Totalitarismus, Exil, Verlust und Neubeginn. Doch Arendt wollte nicht nur Zeugnis ablegen – sie wollte verstehen. Grit Straßenberger stellt ihre 2025 erschienene Biografie über Hannah Arendt vor. Dabei zeichnet sie ein lebendiges und persönliches Porträt der Philosophin, das weit über ihre bekannten Schriften hinausgeht. Durch Erinnerungen von Freunden, Kollegen und Schülern wird Arendt als außergewöhnliche Denkerin und zugleich als „Virtuosin der Freundschaft“ sichtbar – eine Frau, deren Ideen bis heute inspirieren.
Workshop: Entschädigung als Leitfaktor von Friedens- und Versöhnungsprozessen Dieser gemeinsame Workshop, der vom Zentrum für historische Friedensforschung und dem Bonner Zentrum für Versöhnungsforschung organisiert wird, befasst sich mit den vielfältigen Facetten von Wiedergutmachung als Schlüsselfaktor in (historischen und zeitgenössischen) Friedens- und Versöhnungsprozessen sowie mit den damit oft verbundenen Auseinandersetzungen um das kulturelle Erbe.
»Recht auf Unversöhnlichkeit« – eine pure Selbstverständlichkeit? Da eine »Pflicht zur Versöhnung« auf ein bloßes Paradox hinausliefe, wäre ein solcher »Pflicht« gegenüberstehendes »Recht auf Unversöhnlichkeit« eine schiere Selbstverständlichkeit. Was sollte die Erwähnung? Da aber dem Wort »Versöhnung« ein gewisser Zauber anhaftet, der dem Reihentitel VERSÖHNUNG – EINE UTOPIE? seine Aura gibt, wäre es stilistisch verfehlt, zu trocken zu reden. Aber das Risiko ist groß, sich verführen zu lassen, in die ölige Rhetorik von Kirchentagen zu verfallen. Wäre vielleicht der erwähnte Zauber des Wortes »Versöhnung« zunächst zu beschädigen, um freier zu sehen. Gäbe es eine Pragmatik unversöhnten Zusammenlebens? Oder wenigstens so etwas wie Sphären »verdünnter (Un)Versöhntheit?« Mit Gott hat man ja auf dieser Basis auch seinen Frieden machen können, wie das Buch Hiob zu lehren scheint.
(Un-)Versöhnlichkeit zwischen Ost- und Westdeutschland Bonn – die vielleicht westdeutscheste Stadt der Bundesrepublik. Noch immer ist hier an vielen Ecken die alte Bundeshauptstadt sichtbar. 2026 blicken wir auf 36 Jahre Wiedervereinigung zurück. Doch noch immer sprechen wir von »dem« Osten und »dem« Westen und es scheint mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten zu geben. Vorurteile gibt es in jedem Fall genug. Gemeinsam mit dem ostdeutschen Autor Lukas Rietzschel, dessen Stück DAS BEISPIELHAFTE LEBEN DES SAMUEL W. aktuell in der Werkstatt zu sehen ist und dem Politikwissenschaftler und Demokratieforscher Hans Vorländer, der sich besonders mit dem Aufstieg der AfD beschäftigt, diskutieren wir auch angesichts der bevorstehenden Landtagswahlen über Brücken und Gräben zwischen dem Osten- und Westen der Republik.
Die Global Heritage Lab Seminarreihe wird mit einer Podiumsdiskussion fortgesetzt, an der Matthias Kramm, Jenny García Ruales, Alejandro Mora Motta, Clément Roux und Rosario Figari Layús zum Thema: Can forests have rights? Forests, indigenous meanings, and the sociocultural implications of the “rights of nature” Der Begriff „Rechte der Natur“ vereint Vorstellungen davon, wie Mensch und Natur miteinander in Beziehung stehen und wie diese Beziehungen innerhalb von Institutionen und staatlichen Strukturen umgesetzt werden können. Die Podiumsdiskussion befasst sich mit provokativen gesellschaftspolitischen und kulturellen Themen, darunter die Frage, was geschieht, wenn Wäldern Rechte zuerkannt werden. Die Themen reichen von posthumanem Konstitutionalismus über Rechtspersönlichkeit, indigene Rechte und Recht, Aktivismus und engagierte Forschung bis hin zu Umweltfrieden. Im Mittelpunkt der Diskussion stehen Fälle aus Lateinamerika und deren mögliche Anwendung in Deutschland
Ohne Judentum kein Islam Nicht erst seit dem 7. Oktober 2023 wird von einem angeblich importierten Antisemitismus gesprochen, besonders von denen, in deren Weltbild dieses Narrativ passt, um den eigenen Rassismus zu rechtfertigen und den eigenen Antisemitismus zu verschleiern. Gleichzeitig hat der 7. Oktober verdeutlicht, wie verbreitet Antisemitismus unter Muslimen weltweit, aber auch in Deutschland ist. In seinem Buch »Ohne Judentum kein Islam« geht der muslimische Theologe und Leiter des Zentrums für muslimische Theologie an der Universität Münster Mouhanad Khorchide zum einen der Frage nach, warum Antisemitismus unter Teilen der Muslime einen ausgeprägten Anklang findet und auf welchen Quellen er beruht. Zum anderen zeigt er Wege auf, wie dieser Antisemitismus überwunden werden kann, wenn man das Judentum als Ursprung des Islams anerkennt.
Fünfzig Jahre nach dem letzten zivil-militärischen Putsch in Argentinien und im Rahmen des Gedenktags für Erinnerung, Wahrheit und Gerechtigkeit laden wir Sie gemeinsam mit dem Ibero-Amerikanischen Institut in Berlin herzlich zur Podiumsdiskussion „Argentinien 50 Jahre nach dem Putsch: Menschenrechte unter Druck“ ein. Im Rahmen der Diskussion wird die aktuelle Lage der Menschenrechte in Argentinien beleuchtet. Dabei werden sowohl die in den vergangenen 50 Jahren erzielten Fortschritte als auch die gegenwärtigen Herausforderungen in der Erinnerungspolitik thematisiert. Vor dem Hintergrund eines zunehmend eingeschränkten zivilgesellschaftlichen Raums, der Kriminalisierung sozialer Proteste, wachsendem Negationismus sowie regressiver staatlicher Maßnahmen in den Bereichen Erinnerung, Wahrheit und Gerechtigkeit wird erörtert, wie sich diese Entwicklungen auf die Bewahrung von Erinnerungsorten, Archiven und den Zugang zur Justiz auswirken.
Dieses Panel nimmt den ersten Genozid Deutschlands im 20. Jahrhundert in Namibia zum Ausgangspunkt, um zu untersuchen, wie koloniale Hinterlassenschaften die heutigen globalen Krisen weiterhin prägen, von Geopolitik und Ungleichheit bis hin zu Diplomatie und Demokratie. Was bedeutet die „Vergangenheit in der Gegenwart“ für Gerechtigkeitsansprüche und die zukünftige Rolle Europas in der Welt? Mit den Experten Henning Melber, Katharina Hacker und Julia Manek, moderiert von Heloise Weber, wird die Diskussion postkoloniale Perspektiven mit den politischen Herausforderungen der Gegenwart verbinden, darunter der Aufstieg des autoritären Populismus sowie transnationale Bemühungen zum Aufbau solidarischer Beziehungen und „gerechter Wiedergutmachung“. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Academy for International Affairs NRW und dem Bonn Center for Slavery Studies statt.
Podiumsdiskussion: Zwischen Erinnerung und Neuanfang: Versöhnung und Transitional Justice in Post Konflikt Kontexten Mit dem Ziel, unterschiedliche Perspektiven zu verbinden, den Dialog zu fördern, Brücken zwischen Theorie und Praxis zu schlagen und gemeinsam über die transformativen Potenziale von Konflikten nachzudenken, lädt das Zentrum für Versöhnungsforschung zu drei Podiumsdiskussionen ein. Expert:innen aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft diskutieren aktuelle Herausforderungen und Chancen von Konflikttransformation, Friedensförderung und Versöhnung in einer zunehmend polarisierten Welt. Wie können Gesellschaften nach Gewaltkonflikten einen Neuanfang wagen, ohne die Vergangenheit zu verdrängen? Die Diskussion beleuchtet die Rolle von Erinnerung, Gerechtigkeit und Versöhnung in postkonfliktuellen Kontexten.
Neuer Antisemitismus – Versöhnung und das Recht auf Unversöhnlichkeit Schon seit einigen Jahren spricht man über die Entwicklung eines »neuen Antisemitismus«, der seinen Ausdruck einerseits in einer neuen verbalen Radikalität gegenüber Israel und andererseits in einer neuen Gewaltbereitschaft gegenüber Juden und Jüdinnen findet. Antisemitismus und die Erinnerung an den Holocaust sind zu einem System des Denkens und Handelns verschmolzen, doch dieser neue Antisemitismus entstand nach der Shoah und zeigt sich in verschiedenen Nationen, religiösen Zugehörigkeiten und politischen Gruppierungen. In der Auftaktveranstaltung von VERSÖHNUNG – EINE UTOPIE? diskutieren der israelische Politologe José Brunner und der liberale Oberrabbiner Andreas Nachama das Verhältnis von Versöhnung und Unversöhnlichkeit. Dabei beleuchten sie die Entwicklung des neuen Antisemitismus und untersuchen, welche Rolle die Politik des Staates Israel bei dessen Aufkommen und Verschärfung in den letzten Jahren spielt.
Podiumsdiskussion: Konflikttransformation im Fokus: Ansätze im Wandel und aktuelle Herausforderungen Mit dem Ziel, unterschiedliche Perspektiven zu verbinden, den Dialog zu fördern, Brücken zwischen Theorie und Praxis zu schlagen und gemeinsam über die transformativen Potenziale von Konflikten nachzudenken, lädt das Zentrum für Versöhnungsforschung zu drei Podiumsdiskussionen ein. Expert:innen aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft diskutieren aktuelle Herausforderungen und Chancen von Konflikttransformation, Friedensförderung und Versöhnung in einer zunehmend polarisierten Welt. Globale und lokale Entwicklungen stellen die Konflikttransformation vor neue Herausforderungen. Diskutiert wird, wie bestehende Ansätze weiterentwickelt und in der Praxis umgesetzt werden können.
Seit dem 7. Oktober 2023 und der darauf folgenden Welle von Gewalt ist der Bedarf an gemeinsamen, inklusiven Lösungsansätzen größer denn je. Die Konferenzreihe „Quo Vadis Middle East?“ bietet seit 2023 ein einzigartiges Forum, in dem Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammenkommen, um Wege zu Frieden, Verständigung und regionaler Kooperation auszuloten.
Wir laden gemeinsam mit dem Interdisziplinären Lateinamerikazentrum zu einem Vortrag von Prof. María Eugenia Ulfe von der Pontificia Universidad Católica del Perú ein. Die Veranstaltung findet auch Spanisch statt. Nos alegra mucho invitarles a la conferencia de la Prof. María Eugenia Ulfe ( "¿Por qué la memoria no es suficiente para que la historia no se repita?" La profesor Ulfe es profesora en antropología en la Pontificia Universidad Católica del Perú y especialista en temas de memoria, derechos humanos y reconciliación en el Perú l evento forma parte del ciclo de conferencias “Memorias controvertidas: recuperación, pluralidad y negacionismo”, organizado por el Centro Interdisciplinario de Estudios Latinoamericanos (ILZ) y el Centro de Estudios sobre Reconciliación. La charla es una oportunidad única para reflexionar e intercambiar sobre los desafíos contemporáneos de politicas de memoria, derechos humanos y reconciliación social en Améerica Latina.
Das Bonner Zentrum für Versöhnungsforschung lädt zu einer Podiumsdiskussion ein. Mit dem Ziel, unterschiedliche Perspektiven zu verbinden, den Dialog zu fördern, Brücken zwischen Theorie und Praxis zu schlagen und gemeinsam über die transformativen Potenziale von Konflikten nachzudenken, lädt das Zentrum für Versöhnungsforschung zu drei Podiumsdiskussionen ein. Expert:innen aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft diskutieren aktuelle Herausforderungen und Chancen von Konflikttransformation, Friedensförderung und Versöhnung in einer zunehmend polarisierten Welt. Dienstag, 28.10.2025 | Dienstag, 25.11.2025 | Dienstag, 20.01.2026 Uhrzeit: 18:00–19:30 Uhr
Podiumsdiskussion: Frieden denken–Frieden umsetzen: Wissenschaft & Praxis im Dialog Mit dem Ziel, unterschiedliche Perspektiven zu verbinden, den Dialog zu fördern, Brücken zwischen Theorie und Praxis zu schlagen und gemeinsam über die transformativen Potenziale von Konflikten nachzudenken, lädt das Zentrum für Versöhnungsforschung zu drei Podiumsdiskussionen ein. Expert:innen aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft diskutieren aktuelle Herausforderungen und Chancen von Konflikttransformation, Friedensförderung und Versöhnung in einer zunehmend polarisierten Welt. „Frieden denken – Frieden umsetzen: Wissenschaft und Praxis im Dialog“ Wie lassen sich wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Friedensarbeit wirksam verbinden? Expert:innen diskutieren, wie Frieden nicht nur gedacht, sondern auch nachhaltig umgesetzt werden kann.
Weißt du, wer Klara Marie Faßbinder war? Warum zahlreiche Weltstars in den 1980er Jahren im Hofgarten demonstrierten? Was die Universität Bonn mit Frieden am Hut hat? Und welcher Platz nach einer Friedensnobelpreisträgerin benannt ist? Auf dem „Friedensweg Bonn“ gibt es zahlreiche Orte des Friedens und große historische Persönlichkeiten zu entdecken, die sich für Frieden und Menschenrechte engagierten. Wir starten in Beuel und laufen von dort unter fachkundiger Führung von Station zu Station Richtung Innenstadt. Eine Anmeldung per Mail an info@friedenskooperative.de ist notwendig. Termin: Mittwoch, 02.07., um 12 Uhr (Dauer etwa anderthalb bis zwei Stunden) Treffpunkt: Hiroshima-Mahnmal am Rheinufer in Beuel, Rheinauenstraße
Wir laden Sie herzlich zu einem öffentlichen Forschungskolloquium ein, bei dem die Arbeit des Bonner Zentrums für Versöhnungsforschung (BZV) an der Universität Bonn vorgestellt wird. Das BZV vereint Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Geisteswissenschaften und verwandten Disziplinen, um ein kulturübergreifendes, empirisch fundiertes Verständnis von Versöhnung zu entwickeln. Zu den Forschungsbereichen gehören Konflikttransformation, Provenienzforschung, historische Friedensforschung, das Erbe der Sklaverei sowie Versöhnungsprozesse auf nationaler und bilateraler Ebene. Darüber hinaus koordiniert das Zentrum die Zusammenarbeit mehrerer universitätsinterner Einrichtungen und arbeitet eng mit internationalen Partnern zusammen, zum Beispiel den DAAD-Zentren in Japan und Israel. Nach der Einführung findet ein öffentliches Kolloquium statt, in dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Zentrums in Vorträgen ihre Forschung präsentieren und diskutieren.
Im Mai 2025 jährt sich die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Staat Israel zum 60. Mal. Schon im September 1952, also 13 Jahre davor, regelte das Luxemburger Abkommen Entschädigung, die die Bundesrepublik Deutschland den jüdischen Opfern des Nationalsozialismus zahlen sollte. In Israel Entschädigung, in Deutschland Wiedergutmachung genannt, ist es Teil einer Debatte, die bis heute um Versöhnung zwischen Juden und Deutschen ringt. Aber in Zeiten, in denen das Leiden der Menschen ein universales Gut geworden ist und Versöhnung zum Gebot der Stunde, können und sollen nicht alle damit einverstanden sein. Hans-Georg Soeffner und Natan Sznaider, beide Soziologen, werden über das Dilemma der Versöhnung in diesem Zusammenhang miteinander sprechen.
Jr. Prof. Layus diskutiert Herausforderungen für ausgewählte lateinamerikanische Länder in naher und ferner Zukunft Lateinamerika spielt in der internationalen Politik und Wirtschaft des 21. Jahrhunderts eine immer wichtigere Rolle. Zugleich stehen seine Länder vor immensen regionalen Herausforderungen. In der deutschen und europäischen Außen- und Sicherheitspolitik hat die Region jedoch lange Zeit nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Dies nehmen wir zum Anlass, um grundlegende Krisen und Herausforderungen zu diskutieren, mit denen sich die lateinamerikanische Gesellschaft und Politik derzeit konfrontiert sieht. Wie steht es um die Menschenrechte in Lateinamerika? Welches Ausmaß nimmt politische Gewalt in den Ländern an? Erstarken etwa autoritäre Regime? Inwieweit üben externe Akteure Einfluss auf die Entwicklungen in der Region aus und welche Interessen verfolgen sie?
Der Nahostkrieg polarisiert die Gesellschaft. Er zerstört die Bindekraft von Kultur und Religion, von gemeinsamen Werten und einer Vision für Zusammenhalt zwischen Menschen, Gesellschaften und Staaten. Dem möchten wir entgegenhalten. In der abendlichen Podiumsdiskussion kommen zwei herausragende Intellektuelle, Navid Kermani und Natan Sznaider, zusammen, um über genau diese Brennpunktthemen zu sprechen. Zwei Intellektuelle, die bereits seit kurz nach 9/11 und während der sogenannten zweiten Intifada 2002 eine Brieffreundschaft pflegen – und das mit kontroversen Perspektiven auf den israelisch-palästinensischen Konflikt. Verbunden sind aber beide Persönlichkeiten mit der Hoffnung auf eine Lösung dieses Konfliktes. Sie versuchen Licht auf die komplexen Zusammenhänge des Nahostkriegs zu werfen und legen den Finger in die Wunde. Ihre Briefe wurden kürzlich im Buch Israel: Eine Korrespondenz veröffentlicht.
Tagung für NachwuchswissenschaftlerInnen am 18. und 19. Dezember in Bonn und Köln Debates on Peacebuilding and Social Reconciliation: Lessons from Colombia for Global Contexts will be held at the universities of Cologne and Bonn, Germany.
998 haben sich 42 Staaten auf die »Grundsätze der Washingtoner Konferenz in Bezug auf Kunstwerke, die von den Nationalsozialisten beschlagnahmt wurden (›Washington Principles‹)« verständigt, elf Soft-Law-Prinzipien zur Förderung »gerechter und fairer Lösungen« für Kunstwerke und Kulturgüter, die der jüdischen Bevölkerung im Holocaust entzogen wurden. Diese Prinzipien haben einen weitreichenden Prozess der Rückgabe von Kunstwerken außerhalb von Gerichtsverfahren in Gang gesetzt, der Tausende von Entscheidungen in den sechs aktivsten Ländern hervorgebracht hat: Deutschland, Österreich, die Niederlande, Frankreich, das Vereinigte Königreich und die Schweiz – gute Gründe, für diese Praxis nach über 20 Jahren eine vergleichende Bestandsaufnahme zu erarbeiten und daraus ein Regelwerk zu induzieren, u.a.um wiederkehrende Probleme zu adressieren. Matthias Weller und sein Team hat in einem großen Forschungsprojekt ein solches vergleichendes Regelwerk erstellt und wird die Ergebnisse vorstellen.
Esther Gardei (Universität Bonn) und Dr. Saskia Fischer (Universität Hannover) befassen sich mit RUTH KLÜGER, NELLY SACHS UND HANNAH ARENDT – DENKERINNEN DER RACHE ODER DER VERSÖHNUNG? Je nach Kontext werden die Autorinnen entweder als Denkerinnen der Versöhnung oder als Autorinnen der Rache gefeiert. Die beiden Wissenschaftlerinnen diskutieren, ob und inwiefern dabei bestimmte Perspektiven der Autorinnen durch die (nicht-jüdische) Mehrheitsgesellschaft angeeignet, neu interpretiert und – vielleicht mit oder gegen die Intentionen der Namensgeber:innen – allererst als vermeintlich ›typisch jüdisch‹ ›konstruiert‹ werden.
Hans-Georg Seoffner spricht über "VERSÖHNUNG – EINE UTOPIE?" und eröffnet die neue Reihe des Bonner Zentrums für Versöhnungsforschung und des Theaters Bonn.
In der Theorie soll die Digitalisierung historische Forschung erleichtern. In der Praxis stellen die großen Datenmengen oft eine Herausforderung für Wissenschaftler, aber auch für Archivare dar. Alexander Ermakov, KI-Entwickler in den Digital Humanities, und Esther Gardei, wissenschaftliche Mitarbeiterin des BZV, entwickeln eine Methode zur Erschließung digitalisierter Daten mit KI. Das Ziel ist es, einen neuartigen und verbesserten Zugriff auf ständig wachsende Archivressourcen zu ermöglichen. Das Projekt kombiniert KI-Forschung im Bereich der Verarbeitung natürlicher Sprache und der digitalen Geisteswissenschaften mit historischer Forschung, Versöhnungsstudien, Studien zu Abhängigkeit und Sklaverei sowie Provenienzforschung. Die Vortragenden sind mit ihrer innovativen Idee Gewinner des Hackathon gegen Antisemitismus 2024 in Kiel. Die Veranstaltung wird in Kooperation mit dem Geschichts- und Altertumsverein für Siegburg und den Rhein-Sieg-Kreis durchgeführt.
Am 10. April 2024 eröffnete das Jüdische Museum Berlin in der W. Michael Blumenthal Akademie eine neue Veranstaltungsreihe: die Lecture Series Wo liegt die Wahrheit? Über Ambiguitätstoleranz, kuratiert von Prof. em. Dr. Natan Sznaider. Der israelische Soziologe hält den Einführungsvortrag der Lecture Series und diskutiert an den vier folgenden Terminen mit seinen Gästen über Ambiguitätstoleranz und deren Relevanz heute. Hans-Georg Soeffner weist darauf hin, dass die Forderung nach Ambiguitätstoleranz als Grundlage des sozialen Zusammenhalts bereits in der europäischen Aufklärung eine zentrale Rolle spielte. Heute trifft diese Forderung allerdings auf eine völlig veränderte historische Situation, da wir in einer heterogenen, durch religiösen, nationalen, ethnischen, politischen und ökonomischen Pluralismus strukturierten Gesellschaft leben. Soeffner hebt die Chancen und Grenzen der Ambiguitätstoleranz hervor.
Viele deutsche und österreichische Intellektuelle retteten sich vor dem NS-Terror nach Palästina. Sie sind die „Jeckes“. Zu ihnen zählte der Historiker Walter Grab, Gründer des Instituts für deutsche Geschichte an der Universität Tel Aviv. Sein umfangreiches Archiv diente seiner Enkelin, der Journalistin Shelly Kupferberg, als Quelle für die Erzählung „Isidor – Ein deutsches Leben“. Gemeinsam mit Esther Gardei vom Bonner Zentrum für Versöhnungsforschung stellt sie Leben, Tradition und Kreativität der Jeckes vor.